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Fragwürdiger Schachzug oder gezielte Provokation?

HRS begründet Preiserhöhung mit jüngster HDV-Umfrage


Das Thema Buchungsportale geht in die nächste Runde. Jetzt sorgt Branchenprimus HRS für neuen Zündstoff. Dieser begründet die aktuelle Preiserhöhung ausgerechnet mit den Ergebnissen der jüngsten HDV-Umfrage. Hierbei hatten sich signifikante Unregelmäßigkeiten in der Preispolitik führender Onlinevermittler offenbart. Die Hoteldirektorenvereinigung Deutschland e. V. (HDV) ist irritiert.
 
Das führende Buchungsportal HRS wird nach einer Änderung der allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ab 1. März seine Kommission für Einzelreservierungen von 13 auf 15 Prozent erhöhen. Diesen Schritt begründet der Branchenprimus mit der jüngsten HDV-Umfrage, die nach Angaben des Unternehmens einen Marktdurchschnitt von 15 Prozent Kommission ergeben hätte. Ein Vorgehen, das nicht nur bei Alexander Aisenbrey, 1. Vorsitzender der HDV und Hoteldirektor des Öschberghofs, für Irritation sorgt.

„Einerseits freuen wir uns ja, wenn ein Branchenschwergewicht wie HRS unsere Zahlen als Grundlage für seine Marketing-Strategie heranzieht“, so Aisenbrey. „Allerdings wundere ich mich, wenn unsere Ergebnisse plötzlich in ein völlig schiefes Licht gerückt werden.“ Dass der per Umfrage ermittelte Marktdurchschnitt dabei von HRS „großzügig“ von 14,85 Prozent auf 15 Prozent aufgerundet wurde, spiele dabei noch eine untergeordnete Rolle. „Ziel der Umfrage war, der Öffentlichkeit die fragwürdige Preispolitik namhafter Buchungsportale vor Augen zu führen. Es hatte sich gezeigt, dass die Kommissionen bei einzelnen Anbietern um mehr als 20 Prozent auseinanderklaffen“, so Aisenbrey.

Auch bei HRS hätten sich Differenzen gezeigt. Zwischen 10 und 15 Prozent Kommission mussten in der Vergangenheit für die Onlinevermittlung an den Branchenriesen bezahlt werden. Der Durchschnittswert betrug damals 12,82 Prozent. „Diese Umfrage als Hebel für eine Preiserhöhung im Sinne einer so genannten Gleichstellung aller Verhandlungspartner zu nutzen, halte ich für einen mehr als fragwürdigen Schachzug. Mit der gleichen Begründung könnten alle Portale die Kommission gleichmäßig auf das bisherige Niveau des führenden Anbieters HRS senken. Hier stellt sich die Frage, ob unsere Umfrage benutzt wird, um weiteren Zwist innerhalb der Hotellerie hervorzurufen?“


Besonders pikant: Nur kurze Zeit vor Bekanntgabe der neuen AGB hatte HRS bei Aisenbrey um eine Intensivierung der Zusammenarbeit angefragt. „Für mich zeigt der Vorfall, dass die Hotellerie eine gemeinsame Strategie zum Umgang mit Buchungsportalen finden muss. „Die Zeit ist gekommen, wirksame Maßnahmen zu finden, um den Direktvertrieb zu stärken.“


Hintergrundinformationen zur HDV
Die 1981 gegründete Hoteldirektorenvereinigung Deutschland e.V. (HDV) bündelt die fachlichen Kompetenzen führender Top-Hoteliers. Derzeit engagieren sich 150 Hoteldirektorinnen und Hoteldirektoren als ordentliche Mitglieder und 50 Fördermitglieder aus allen relevanten Sparten der Zulieferindustrie in der HDV. Der geschätzte Jahresnettoumsatz der ordentlichen Mitglieder beläuft sich auf deutlich mehr als 2 Mrd. Euro, die in rund 350 Häusern mit mehr als 40.000 Zimmern und etwa 20.000 Mitarbeitern erwirtschaftet werden. Neue ordentliche HDV-Mitglieder führen Hotels mit mehr als 2 Mio. Euro Nettoumsatz, mindestens drei Sternen und mehr als 100 Zimmern. Die Vereinigung mit Sitz in Bad Honnef dient als Interessenvertretung und Dialogplattform der deutschen Top-Hotellerie. Die HDV versteht sich als parteipolitisch und konfessionell neutral. Zu den Aufgaben gehören auch die Aus- und Weiterbildung sowie die Förderung des fachwissenschaftlichen Nachwuchses.

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