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Preispolitik der führenden Buchungsportale wirft neue Fragen auf

HDV-Mitgliederbefragung

Das Thema Buchungsportale entwickelt sich zum Dauerbrenner.
Ein Ende ist bislang nicht in Sicht. Nachdem die führenden Anbieter im Rahmen der letztjährigen HDV-Herbsttagung signalisiert hatten, einheitliche Kommissionen für alle Hoteliers zu berechnen, sorgt eine aktuelle HDV-Mitgliederbefragung jetzt für neuen Zündstoff.

Die letztjährige Herbsttagung der HDV im Nestor Hotel Ludwigsburg verdeutlichte, dass es nur wenige Themen gibt, die innerhalb der Hoteldirektorenvereinigung Deutschland e.V. aktuell so heiß diskutiert werden, wie der Umgang mit Buchungsportalen. Bei der Podiumsdiskussion mit Vertretern der führenden Anbieter HolidayCheck.de, Booking.com, HRS.de, Hotelreservierungen.de und Hotel.de wurde vereinbart, im offenen Dialog Transparenz zu schaffen und bestehende Informationslücken konstruktiv zu beheben. Im Mittelpunkt der Debatte standen unter anderem die Kommissionen. Hier sicherten die Buchungsportale zu, gleiche Bedingungen für alle Partner anzubieten. Ein Versprechen, an dem jetzt erneut Zweifel aufkommen.

Verhandlungsgeschick entscheidend?

Wie eine aktuelle HDV-Mitgliederbefragung zum Thema Buchungsportale nahe legt, könnte es wohl mehr eine Sache des persönlichen Verhandlungsgeschicks sein, in welcher Höhe Kommissionen geleistet werden müssen. So werden laut Umfrage innerhalb des Verbandes aktuell 13 Buchungsportale zur Buchungsvermittlung genutzt. Für ihre Dienste berechnen die Unternehmen durchschnittlich 14,85 Prozent Kommission. Erstaunlicher Weise speist sich dieser Satz aus Werten, die unter 10 Prozent, aber auch bei bis zu 30 Prozentpunkten liegen können. Eine Differenz von über 20 Prozent. Eine Unterscheidung zwischen günstigen und teuren Kanälen nach messbaren Kriterien ist jedoch kaum möglich.

Dabei fallen die Schwankungen beim Branchenprimus HRS.de, mit dem 100 Prozent der Befragten zusammenarbeiten, noch relativ moderat aus. Zwischen 10 und 15 Prozent Kommission müssen für die Onlinevermittlung bezahlt werden. Im Durchschnitt sind 12,82 Prozent zu entrichten. Die gleiche Situation zeigt sich beim Mitbewerber Hotel.de, mit dem 90 Prozent der Verbandsmitglieder kooperieren. Allerdings liegt der Durchschnittswert mit 11,81 Prozent etwas niedriger.

 

Schwankungen von bis zu 20 Prozentpunkten

Bei anderen Portalen klaffen die Zahlen deutlich weiter auseinander. Laut Umfrage verlangt etwa Expedia.de, ein Anbieter, dessen Dienste von 65 Prozent der Befragten in Anspruch genommen werden, im günstigsten Fall 10 Prozent Kommission. Der durchschnittliche Prozentsatz liegt bei 20,36 Prozent. Doch es gibt es auch HDV-Mitglieder, die 30 Prozent Kommission an Expedia.de abgeben müssen. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei Booking.com. Das Portal berechnet durchschnittlich 13,39 Prozent Kommission und wird von 98 Prozent der Befragten genutzt. Der Durchschnittswert ergibt sich auch hier aus Sätzen, die teils unter 10 Prozent liegen, teils stolze 28 Prozentpunkte erreichen.

Günstigste Konditionen bei Übernachtung mit Frühstück

Die Höhe der Kommission ist zudem von der vermittelten Leistung selbst abhängig. Laut Umfrage werden die geringsten Gebühren, durchschnittlich 13,5 Prozent, bei einer Buchung von Übernachtung mit Frühstück fällig. Im Falle der Übernachtungen ohne Frühstück liegen die Kommissionen im Durchschnitt bei 15,18 Prozent. In beiden Fällen schwanken die Werte erneut zwischen knappen 10 Prozent und 30 Prozentpunkten. Die günstigsten Konditionen bieten unter anderem HRS.de, Wotif.com und Expedia.de. Bei der Vermittlung von Packages werden 10 bis 25 Prozent, im Durchschnitt 14,33 Prozent Kommission fällig. Auch hier liegt Expedia.de sowohl im höchsten, als auch im niedrigsten Segment.

Wie sehr sich die Portale inzwischen innerhalb der Branche etabliert haben, verdeutlicht ein Blick auf die Umsatzzahlen. Im Spitzenwert vermittelt ein Online-Kanal für ein einziges Hotel Leistungen in Höhe von bis zu 1,5 Millionen Euro.

„Die Ergebnisse unserer Mitgliederbefragung zeigen, es besteht weiterhin großer Gesprächsbedarf“, kommentiert Alexander Aisenbrey, Hoteldirektor am Öschberghof und 1. Vorsitzender der HDV. „Ich verstehe nicht, dass die Buchungsportale damit werben, allen Hotels die gleichen Komissionen zu berechnen, wenn sich am Ende herausstellt, dass teilweise bis zu 20 Prozentpunkte Differenz bestehen.“

  

Hintergrundinformationen zur HDV

Die 1981 gegründete Hoteldirektorenvereinigung Deutschland e.V. (HDV) bündelt die fachlichen Kompetenzen führender Top-Hoteliers. Derzeit engagieren sich 154 Hoteldirektorinnen und Hoteldirektoren als ordentliche Mitglieder und 50 Fördermitglieder aus allen relevanten Sparten der Zulieferindustrie in der HDV. Der geschätzte Jahresnettoumsatz der ordentlichen Mitglieder beläuft sich auf deutlich mehr als 2 Mrd. Euro, die in rund 350 Häusern mit mehr als 40.000 Zimmern und etwa 20.000 Mitarbeitern erwirtschaftet werden. Die Vereinigung mit Sitz in Bad Honnef dient als Interessenvertretung und Dialogplattform der deutschen Top-Hotellerie. Die HDV versteht sich als parteipolitisch und konfessionell neutral. Zu den Aufgaben gehören auch die Aus- und Weiterbildung sowie die Förderung des fachwissenschaftlichen Nachwuchses.

 

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